Schweizer Detailhandel: Mehr Umsatz, aber Ladensterben geht weiter

Die Konsumenten in der Schweiz gehen seltener einkaufen, doch die Ausgaben pro Einkauf sind seit einigen Jahren stabil. Im vergangenen Jahr wurden im Schweizer Detailhandel 32,6 Milliarden Franken umgesetzt, so eine aktuelle Erhebung des Marktforschungsunternehmens Nielsen Schweiz. Im Durchschnitt landeten Produkte des täglichen Bedarfs im Wert von rund 42 Franken bei jedem Einkauf im Einkaufswagen. Das seit Jahren andauernde Ladensterben setzte sich auch 2016 fort.

Gemäss der Erhebung «Nielsen Consumers 2017 Schweiz» planen drei Viertel der Schweizer Konsumenten ihren Einkauf im Voraus. Obwohl Einkäufe so häufig vorher geplant werden, neigen 64 Prozent zu Spontankäufen im Geschäft. Knapp 70 Prozent besuchen gerne gut organisierte Geschäfte mit einem angenehmen Ambiente.

Nach wie vor ist die Suche nach Schnäppchen weit verbreitet. 67 Prozent bevorzugen beim täglichen Einkauf spezielle Angebote für ihre täglichen Lebensmittel. 55 Prozent vergleichen die Preise von Eigenmarken und Marken. Coupons zu Lebensmittelprodukten werden von knapp der Hälfte der Konsumenten regelmäßig gesucht.

Für mehr als jeden zweiten Konsumenten (57 Prozent) ist Qualität wichtig und ein Grund, für Qualitätsprodukte mehr Geld auszugeben. Auch das Thema Gesundheit und Umwelt kommt in der Schweiz nicht zu kurz. Gut die Hälfte legen grossen Wert auf gesunde (56 Prozent) und umweltfreundliche (50 Prozent) Produkte. «Diese Entwicklung wird in der Schweiz massgeblich von den Millenials getrieben. Für uns definitiv die Zielgruppe von morgen», erklärte Judith Kuiper, Geschäftsführerin bei Nielsen Schweiz.

Immer weniger Läden in der Schweiz

Der Detailhandel in der Schweiz erwirtschaftete 2016 einen Umsatz von 32,6 Milliarden CHF. Dies ist ein leichtes Plus von 1 Prozent. Die seit Jahren rückläufige Anzahl der Geschäfte reduzierte sich weiter auf gut 6731.

Den Umsatz steigern konnten die kleinen Supermärkte (+3,6 Prozent) und Harddiscounter (+4,4 Prozent). Die traditionellen Händler (-0,5 Prozent), die grossen Supermärkte (-0,4 Prozent) und Hypermärkte (-0,9 Prozent) mussten hingegen leichte Umsatzeinbußen hinnehmen. «Auf dem Vormarsch sind hier vor allem kleinere Formate mit zentralen Standorten, welche das steigende Bedürfnis der Schweizer nach On-the-go- Konsum bedienen. Solche Formate haben gerade im aktuellen Jahre eine starken Aufschwung erlebt», sagte Kuiper weiter.

Minimal mehr Ausgaben für Werbung
Die Brutto-Werbeaufwendungen beliefen sich 2016 auf 5,4 Milliarden Franken und bleiben somit unverändert im Vergleich zum Vorjahr. Die Printmedien sind das Medium mit den höchsten Spendings, gefolgt von TV. «Die Branchenbetrachtung zeigt, dass die Medienindustrie die Nase vorn hat. Mit einer Steigerung der Werbeausgaben von +14 Prozent führt sie das Wachstumsranking an. Schlusslicht ist die Tabakindustrie, die ihre Werbeausgaben massgeblich (-10 Prozent) reduziert hat», so Kuiper.